Wirtschaftliche Ungleichheit und Menschenrechte: Eine aufkommende globale Debatte

Die sozioökonomische Ungleichheit ist zu einer Bedrohung für alle Kategorien von Menschenrechten geworden. Foto von Occupy Wall Street Protest von Dean Chamim

(Originaler Artikel: Zentrum für wirtschaftliche und soziale Rechte)

Die zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit hat sich zu einem der bestimmenden sozialen Übel unserer Zeit und zu einer wachsenden Bedrohung aller Menschenrechte entwickelt. Das 80 reichste Menschen der Welt besitzen heute so viel wie die untere Hälfte der Weltbevölkerung, während 7 von 10 Menschen in Ländern leben, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich größer ist als noch vor 30 Jahren. Doch die Menschenrechtsbewegung als Ganzes reagiert bisher nur langsam auf die Auswirkungen dieses alarmierenden Trends.

Angesichts dieser dringenden Besorgnis koordiniert CESR eine neue Debatte über Wirtschaftliche Ungleichheit und Menschenrechte auf Open Democracy OpenGlobalRights Seite, die führende Experten zusammenbringt, um das Problem der wirtschaftlichen Ungleichheit zu untersuchen und zu bewerten, welche Rolle die Menschenrechtsgemeinschaft dabei spielen sollte.

Erste Beiträge von Philip Alston, der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, und Harvard University Professor of Law Samuel Moin, bieten gegensätzliche Ansichten zu der grundlegenden Frage, ob der Menschenrechtssektor versuchen sollte, sozioökonomische Ungleichheit anzugehen. Radhika Balakrishnan, Fakultätsdirektorin des Center for Women's Global Leadership, und James Heintz, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Massachusetts, argumentieren unterdessen, dass extreme Ungleichheit eine Bedrohung aller Menschenrechte und bieten die Perspektive eines Ökonomen, wie man sich als Reaktion auf Menschenrechtsstandards berufen kann. In einem Artikel von Juan Pablo Jiménez von der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik werden die Lehren aus den Bemühungen in der Region zur Bekämpfung der Ungleichheit und die entscheidende Rolle einer progressiven Steuer- und Sozialschutzpolitik gezogen.

Im weiteren Verlauf der Debatte in den kommenden Wochen werden weitere Analysen anderer Mitwirkender untersuchen, wie der Menschenrechtsrahmen effektiver gegen extreme wirtschaftliche Ungleichheit als Ursache, Folge und Manifestation von Menschenrechtsverletzungen vorgehen kann und auf welche potenziellen blinden Flecken die Bewegung achten muss Adresse. CESR und oGR begrüßen Beiträge von allen Interessierten, die sich an der Debatte beteiligen möchten.

Das Thema Ungleichheit und ihre Auswirkungen auf die Menschenrechtsbewegung werden auch im neuen CESR-Bericht angesprochen Zwanzig Jahre Aktivismus für wirtschaftliche und soziale Rechte, das auf die zwei Jahrzehnte seit der Gründung von CESR zurückblickt und sowohl die gewonnenen Erkenntnisse als auch die wichtigsten Trends auf diesem Gebiet aufzeigt, denen es nun zu begegnen gilt. Kapitel 2 konzentriert sich speziell auf Ungleichheit und enthält Denkbeiträge führender Menschenrechtsexperten in den Bereichen Frauenrechte, Rechte indigener Völker und Rassengerechtigkeit.

Die Ungerechtigkeit der zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheit und Vermögenskonzentration muss von der Menschenrechtsgemeinschaft direkt bekämpft werden. CESR hofft, dass sich die oGR-Debatte und unsere Jubiläumspublikation als nützliche Ressource für die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern und anderen erweisen, die die transformative Kraft der Menschenrechte nutzen wollen, um sozioökonomische Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

(Zum Originalartikel gehen)

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